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mehrWert!

Am Mittwoch hat in Dresden die Schlichtung zwischen ver.di und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände begonnen. Damit herrscht in dieser Phase eine sogenannte Friedenspflicht, es darf nicht gestreikt werden. Die kommunalen Kindertagesstätten haben somit erst einmal wieder geöffnet.

Trotzdem rumort es bei den bundesweit 240.000 Beschäftigten weiter, am Wochenende gingen viele Erzieherinnen und Erzieher auf die Straße, um für ihre Forderungen nach einer Aufwertung der Berufe im Erziehungs- und Sozialbereich zu demonstrieren:

  • Alle Beschäftigten in diesem Bereich sollen besser eingruppiert werden.
  • Eine neue Eingruppierung soll für jede/-n eine Gehaltserhöhung von durchschnittlich zehn Prozent bringen.
  • Die Leitungen sollen künftig nicht mehr nur an Kinderzahlen, sondern alternativ an der Anzahl der Gruppen oder der Zahl der Beschäftigten in der Einrichtung bemessen werden.
  • Für die Behindertenhilfe soll es zusätzliche Verbesserungen geben.
  • Bei der Zuordnung Beschäftigter zu den einzelnen Stufen sollen Vorbeschäftigungszeiten zwingend anerkannt werden.
  • Auch Mitarbeiter, die bestimmte Formalqualifikationen nicht erfüllen, müssen besser eingruppiert werden – zum Beispiel, wenn Sozialassistenten/-innen als Erzieher/-innen arbeiten.
  • Bei vorübergehender Übertragung einer höherwertigen Tätigkeit soll zudem über die Höhe des Differenzbetrages verhandelt werden.
  • Beschäftigte, die als Praxisanleiter/-in oder Ausbilder/-in eingesetzt werden, sollen für die Dauer dieses Einsatzes eine Zulage in Höhe von monatlich 100,00 Euro erhalten.
  • Tätigkeiten, die eine Zusatzqualifikation erfordern, sollen zu einer besseren Eingruppierung führen.

Zur Erinnerung: Letztmalig wurde für diese Berufsgruppen Anfang 1991 eine Eingruppierung vorgenommen!

Das Soli-Bündnis „mehrWert“, bestehend aus 35 Orsanisationen, hatte gemeinsam mit der GEW und der Dienstleistungsgewerkschaft am Freitagnachmittag in Bremen zu einer Kundgebung vor dem Sitz der Finanzsenatorin aufgerufen. Gut 600 Bremerinnen und Bremer folgten dem Aufruf, „bewaffnet“ mit Trillerpfeifen, selbstgemalten Schildern, Plakaten und Transpis. Unter den Demonstrierenden befanden sich auch viele Mitglieder der Bremer Linkspartei.

„Die öffentliche Aufmerksamkeit muss jetzt weiter hochgehalten werden“, meinte die Landessprecherin der Bremer LINKEN, Doris Achelwilm, am Rande des Kundgebungsplatzes. „Es ist ein großer gesellschaftlicher Skandal, dass sogenannte Frauenberufe so schlecht bezahlt werden“, so die Linkspartei-Politikerin. „Es geht um eine politische Auseinandersetzung, weil es um die Finanzierung von sozialen Berufen geht und wie viel der Gesellschaft die Arbeit mit Menschen wert ist“, ergänzte Sebastian Rave, Mitglied des Soli-Bündnisses „mehrWert“, in einem Video-Interview.

"Der Kern unserer Forderungen war immer gerichtet an die generelle Aufwertung der frühkindlichen Bildung sowie der umfassenden Bedeutung der Erziehungs- und Bildungsarbeit! Dies muss sich in der Schlichtungsempfehlung widerspiegeln“, rief der Bremer GEW-Sprecher Christian Gloede den Kundgebungsteilnehmenden zu.

"Frauen verdienen im Durchschnitt 22 Prozent weniger als Männer. Wir erziehen die Kinder, pflegen kranke und ältere Menschen, betreuen Menschen mit Behinderungen. Das ist Facharbeit, aber sie wird immer noch nicht auch als solche anerkannt. Noch immer wird sie gesehen, als ob immer wer sie irgendwie erledigt. Warum sollen diese Fachkräfte durchschnittlich 660 Euro weniger verdienen als Fachkräfte, die Bier brauen oder Autos und Flugzeuge bauen?", fragte die frisch gewählte Bürgerschaftsabgeordnete der LINKEN, Sofia Leonidakis. "Nein!", schrieen die Anwesenden zurück. Recht haben sie. [mh - Text, Fotos, Video]


Für Bremen und Bremerhaven in Berlin

Sprecherin der Linksfraktion für Gleichstellungs-, Queer- und Medienpolitik

Medienecho


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