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MdB Doris Achelwilm besucht Tafel Bremerhaven: „Anti-Wegwerf-Gesetz für Supermärkte wäre wichtiger Schritt, um die sozial und ökologisch groteske Überproduktion der Lebensmittelindustrie einzudämmen“

Am Freitag (6.9.2019) hat die Bundestagsabgeordnete Doris Achelwilm die Bremerhavener Tafel e.V. besucht, um über die sozialen Bedingungen zu sprechen, unter denen dieses weitgehend ehrenamtliche Projekt arbeitet. Im Gespräch mit dem Leiter der Tafel, Manfred Jabs, der auch Landesvorsitzender der Tafeln Niedersachsen/Bremen ist, wurde deutlich, wie sehr die soziale Spaltung in Deutschland weiter zunimmt. Ein zentrales Thema des Treffens war die Notwendigkeit eines auf Bundesebene einzuführenden Anti-Wegwerf-Gesetzes für Supermärkte.

Während täglich massenweise Lebensmittel weggeworfen werden – rund 13 Millionen Tonnen Lebensmittel wandern bundesweit jährlich in den Müll – nehmen in Bremerhaven inzwischen nahezu 20.000 Menschen das Angebot der Tafel in Anspruch. „Dieser absurde Gegensatz kann so nicht bleiben“, kommentiert Achelwilm, die als LINKE für Bremen und Bremerhaven seit 2017 im Bundestag ist.

Achelwilm weiter: „Ein Anti-Wegwerf-Gesetz, wie es in Frankreich seit 2016 gilt, würde helfen, eine Logik in Gang zu setzen, die Ressourcen besser achtet und verteilt. Supermärkte müssen verpflichtet werden, überzählige Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist, gemein-nützigen Organisationen wie etwa den Tafeln zukommen zu lassen, anstatt sie zu entsorgen. Wir wollen ein Gesetz gegen die Massenverschwendung von Lebensmitteln, das ‚Containern‘ straffrei stellt und Hersteller und Supermarktketten zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Waren zwingt, die nicht mehr verkauft werden können.“

Die LINKEN-Abgeordnete aus Bremen-Walle abschließend: „Ein Anti-Wegwerf-Gesetz würde auch den Tafeln eine andere Rolle zuweisen, weil sie für logistische Aufgaben prädestiniert wären. Aktuell aus Spenden getragene Transportfahrzeuge, Kühl- und Lagerkapazitäten müssten nachhaltig mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden, ohne dass an Sozialleistungen ‚im Gegenzug‘ gekürzt würde. Das Gesetz, für das DIE LINKE sich weiter einsetzt, wäre ein wichtiger Schritt, um die sozial und ökologisch groteske Überproduktion der Lebensmittelindustrie einzudämmen. Wir bleiben dran!“


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