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Link-Sammlung zur Gleichstellungs- und Queerpolitik

 

Artikel (Auswahl)

DIE LINKE: Themenseite "Frauen* und Corona"
Die Themenseite finden Sie hier

DIE LINKE: Dossier "Queeres Leben und Corona"
"Die Freiräume in einer ansonsten heterosexuell dominierten Welt sind überwiegend geschlossen. Beratungsangebote bestehen nur eingeschränkt. Rechtspopulisten, religiöse Fanatiker und Verschwörungstheoretiker suchen nach Schuldigen. Dabei geraten auch queere Menschen ins Fadenkreuz. Wir gehen deshalb mit einem Queer-Dossier ins Netz."

SPIEGEL: Diesen Frauen macht die Krise das Leben noch schwerer
9. Juni 2020 – Margarete Stokowski schreibt über die Corona-Krise als "Chance für konservative Rückschritte": "Manchmal ist die Pandemie nützlich, um ohne viel Aufregung ohnehin geplante diskriminierende Ideen durchzusetzen, manchmal ist sie nützlich als Ausrede und vermeintliche Begründung, um Frauen das Leben noch ein bisschen schwerer zu machen." 

taz: Dem Backlash ausgeliefert
4. Juni 2020 – "Die Coronakrise ist eine Krise der Geschlechter", schreibt Patricia Hecht. Trotzdem spielt geschlechtergerechte Budgetierung keine Rolle im Konjunkturpaket der GroKo: "Wie oft kommt das Wort 'Frauen' im Papier zum Konjunkturpaket der Bundesregierung vor? Gar nicht. Das Wort 'Geschlechtergerechtigkeit'? Gar nicht. Und das Wort 'Care'? Genau: gar nicht."

SPIEGEL: Die 300 Euro Kinder-Bonus der Bundesregierung sind ähnlich hilfreich wie ein Blumenstrauß zum Muttertag
4. Juni 2020 – Die tatsächlichen Belastungen werden durch das Konjunkturpaket kaum gelindert, schreibt Anne Seith. "Das Problem ist (...), dass sich viele Frauen und Familien in dieser Krise immer noch völlig alleingelassen fühlen von der Politik. Sie fragen zu Recht, warum Geschäfte auf Biegen und Brechen geöffnet, warum Unternehmen mit gigantischen Summen gestützt werden, die Öffnung von Kitas und Schulen aber viel zu spät in den Fokus rückte, und nun ziemlich chaotisch abläuft."

SPIEGEL: Interview mit Elizabeth Prommer – "Es ist schon erstaunlich, dass vor allem Männer erklären, wie systemrelevant Frauen sind"
28. Mai 2020 – Nur 22 Prozent der Expert*innen, die zur Corona-Krise zu Wort kommen, sind weiblich, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Elizabeth Prommer. "Die durch die Medien verursachte Schieflage ist extrem – und das lässt sich nicht nur damit begründen, dass sich in den Fachbereichen eben mehr Männer als Frauen finden lassen."

Weser-Kurier: Die Bremer Soziologin Sonja Bastin kritisiert die Vernachlässigung von Familien 
3. Mai 2020 – "Es kann nicht sein, dass es so lange gedauert hat, bis überhaupt darüber gesprochen wird, dass die Last der Familien gerade nicht tragbar ist", sagt Bastin. Die politische Debatte wird demnach weitgehend ohne die Beteiligung der hauptsächlich Betroffenen geführt: "In den entscheidenden Positionen sind nicht diejenigen repräsentiert, die diese Sorgearbeit leisten. In der Regel sind das junge Eltern und insbesondere Frauen. Diese Perspektive fehlt in der Debatte."

taz: Karin Nordmeyer, Vorsitzende des UN Women Nationales Komitee Deutschland, fürchtet eine "Schattenpandemie", die vor allem Frauen trifft
1. Mai 2020 – "Im Schatten von Corona entwickelt sich eine weitere Pandemie", so Karin Nordmeyer. "Auch Gewalt gegen Frauen steigt exponentiell. Die Aggressionstoleranz von Männern ist noch geringer als ohnehin schon, die Wut kann meist nicht mehr draußen abreagiert werden."

Tagesspiegel: Die Krise ist die Bühne des Patriarchats
29. April 2020 – Wer macht die unbezahlte Care-Arbeit, wer kann weiter Lohnarbeit machen? "Weder in Deutschland, noch in Italien oder in China gibt es das Patriarchat noch im juristischen Sinne", schreibt Carolin Wiedemann. "Doch hält sich die Männerherrschaft im Alltag, im Denken der Menschen und in ihrem Handeln – und das offenbart die Corona-Krise einmal mehr."

Fritz+Fränzi: Interview mit der Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky – "Es ist sehr interessant, wie sich die Anerkennung von Care gerade ändert"
28. April 2020 – Im Interview spricht Paula-Irene Villa Braslavsky über die Herausforderungen, vor die Familien in der Corona-Krise gestellt werden, und fordert, "Patchworkfamilien, Partner mit Kind, die nicht an einem Ort leben, queere Familien, getrennte, also multilokale Familien" nicht zu vergessen. 

ver.di Frauen- und Gleichstellungspolitik: Corona-FAQs – Was Eltern und Frauen jetzt wissen sollten
16. April 2020 – Frauen in ver.di hat eine Info-Sammlung für Mütter und Väter, Schwangere und Frauen in Notlagen zusammengestellt. 

taz: "Wir stehen vor einem Backlash"
15. April 2020 – Patricia Hecht spricht mit Doris Achelwilm über die Empfehlungen der Leopoldina. Die Geschlechterperspektive bleibt unberücksichtigt. Das liegt auch daran, dass unter den 26 Mitgliedern der Arbeitsgruppe nur zwei Frauen waren.

SWR 2 Kultur aktuell: "Die Corona-Krise ist ein Rückschlag für die Gleichberechtigung von Frauen"
15. April 2020 – Jagoda Marinić sieht in der Corona-Krise einen Backlash für die Frauenfrage: "Wir erleben den öffentlichen Raum wieder nach dem Prinzip: Die Männer sind die Manager." Frauen sind dagegen überwiegend mit anderen Dingen beschäftigt: Familienfürsorge, Care-Arbeit.

Tagesspiegel: "Das Wohlergehen der Frauen wird nicht adressiert"
14. April 2020 – Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, vermisst in der Öffnungsempfehlung der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina die Perspektive von Familien und insbesondere von Frauen.

Zeit online: Die Krise der Männer
13. April 2020 – Laut Jana Hensel zeigt sich in der Corona-Pandemie, wie viel noch zu tun bleibt, wenn wir wollen, dass es in Deutschland für Männer und Frauen wirklich so etwas wie Gleichberechtigung gibt: "Schon als klar war, dass Homeschooling und Homeoffice drohten, war zu befürchten, dass es in den Familien nun schnell zurück in alte Rollenmodelle ging – falls die jemals wirklich aufgehoben waren."

SWR Info: "Frauen durch Corona-Pandemie auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt"
7.04.2020 – Eine Studie der Ökonomin Michèle Tertilt und drei weiteren Wissenschaftler*innen zeigt: Derzeit sind die Arbeitsplätze von Frauen von der Krise stärker betroffen. Da in den Bereichen Gesundheit und Gastronomie und in der Reisebranche überduchschnittlich viele Frauen beschäftigt sind, werden voraussichtlich weit mehr Frauen als Männer ihre Arbeitsplätze verlieren. Die Studie können Sie hier nachlesen.

Tagesspiegel: "Auch vor dem Virus sind nicht alle gleich"
7. April 2020 – "Niemals hätte ich gedacht, einen Artikel in einer Zeit zu schreiben, die empirisch das bestätigt, was feministische Ökonominnen theoretisch immer vertreten haben", schreibt Christine Bauhardt, Professorin für Gender und Globalisierung an der Humboldt-Universität zu Berlin. "Grundlage allen wirtschaftlichen Handelns ist das Versorgen von Menschen und ihrer unmittelbaren Lebensbedürfnisse."

Soziopolis: Soziologisches zur Pandemie
3. April 2020 – Tanja Carstensen, Imke Schmincke und Isabel Klein vom Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München haben in einem Überblicksartikel geschlechtersoziologische Perspektiven "rund um Covid-19 und die sozialen Folgen" zusammengetragen. 

der Freitag: "Frauen stemmen die Krise"
26. März 2020 – Veronika Kracher schlägt vor, Ideen zu entwickeln, wie feministische politische Arbeit unter den Bedningungen der Quarantäne organisiert werden kann.

taz: Eine Krise der Frauen
26. März 2020 – Auf den ersten Blick leiden Männer am stärksten unter der Pandemie, schreibt Carolin Schwarz. Aber die Krankheit trifft in fast allen sozialen Aspekten Frauen deutlich härter. Und das, obwohl sie "nicht nur in der Öffentlichkeit den Laden" zusammenhalten, sondern "meist auch im eigenen Daheim". 

Zeit online: "Dieses Klatschen ist fast zynisch"
25. März 2020 – Die Geschlechterforscherin Barbara Thiessen spricht im Interview u.a. über die Frage, warum Krankenschwestern und Pfleger*innen so schlecht bezahlt werden. "Fertigungsberufe werden grundsätzlich besser tarifiert als Pflegeberufe. Das heißt, die Verantwortung für Maschinen wird höher eingestuft als die für Menschen.

Süddeutsche Zeitung: "Warum die Krise viele Frauen besonders hart trifft"
21. März 2020 – Jana Anzlinger gibt einen statistischen Überblick zur Frage, warum sich die Folgen der Corona-Krise unterschiedlich auf die Geschlechter verteilen: "Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bei einer Untersuchung von 104 Ländern festgestellt, dass Frauen etwa 70 Prozent der "Health workforce" ausmachen, wobei sie unter Pflegenden stärker vertreten sind als in der Ärzteschaft.

Deutschlandfunk: Wichtige, aber schlecht bezahlte Berufe
17. März 2020 – Nadine Lindner spricht anlässlich des Equal Pay Day mit Doris Achelwilm und anderen über wichtige, aber schlecht bezahlte Berufe wie Kassiererin und Pflegerin und daüber, wie sich diese Berufe, auch über die akute Krise hinaus, aufwerten ließen.

neues deutschland: Care-Arbeit in Krisenzeiten
17. März 2020 – Inga Dreyer schreibt über die Folgen der Schul- und KITA-Schließungen für die Verteilung von Sorgearbeit (der Artikel ist kostenpflichtig).

EDITION F: Warum die Corona-Krise ein feministisches Thema ist
13. März 2020 – Die Auswirkungen des Corona-Virus machen die unsichtbare Fürsorge und Pflegearbeit von Frauen sichtbar, schreibt Beatrice Frasl, und machen damit drastisch ihre gesellschaftliche Relevanz deutlich.



Stellungnahmen der Verbände und Organisationen (Auswahl)

Deutscher Jurstinnenbund (djb): Kurzarbeitergeld ist in vielen Fällen diskriminerend 
20. April 2020 – Das Kurzarbeitergeld wird bei verheirateten Frauen häufig anhand der Steuerklasse V berechnet – "eine mittelbare Diskriminierung von Frauen, die (...) hohe Abzüge beim Nettolohn (...) in Kauf nehmen müssen", kritisiert der djb. "Geschlechtergerecht durch die Krise bedeutet auch, dass wir solche alten Zöpfe endlich abschneiden."

Deutscher Frauenrat (DF): "Frauen in der Corona-Krise"
6. April 2020 – Die Corona-Pandemie lässt bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern deutlicher denn je sichtbar werden und erfordert deshalb eine geschlechtergerechte Krisenpolitik. Es muss sicherstellt werden, dass die zur Krisenbewältigung eingesetzten Steuermittel gleichermaßen bei Frauen wie bei Männern ankommen, schreibt der Deutsche Frauenrat.

Deutscher Frauenrat (DF): Dossier "COVID-19 aus Geschlechterperspektive"
31. März 2020 – Der DF hat Perspektiven, Positionen und Forderungen aus frauenpolitischer und feministischer Sicht gesammelt, die sich mit den Auswirkungen, aber auch mit Befürchtungen im Zusammenhang mit COVID-19 befassen.

Die Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk fordert einen Rettungsschirm für Rehabilitations- und Vorsorgekliniken für Mütter und Väter
26. März 2020 – Das Müttergenesungswerk fordert die Bundesregierung auf, die Rehabilitations- und Vorsorgekliniken für Mütter und Väter in den Corona-Rettungsschirm aufzunehmen. Ohne eine derartige Maßnahme sind demnach alle Kliniken im Müttergenesungswerk unmittelbar in ihrer Existenz bedroht.

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB): Frauen, "deren Job kaum ein Mann machen möchte", brauchen mehr als nur Applaus
22. März 2020 – Die Dankbarkeit muss sich, schreibt Elke Hannack (stellvertretende Bundesvorsitzende des DGB), regelmäßig zum Monatsende niederschlagen – auf dem Gehaltszettel.

Deutscher Frauenrat (DF): Die Corona-Krise zeigt einmal mehr, wie überlebenswichtig die Arbeit ist, die mehrheitlich Frauen für die Gesellschaft leisten
17. März 2020 – Wenn die Regierung der Wirtschaft in der Krise Mittel in unbegrenzter Höhe in Aussicht stellt, musse auch Geld da sein, um dem akuten Pflegekräfte- und Erzieher*innenmangel mit höheren Gehältern entgegenzuwirken, fordert die DF-Vorsitzende Mona Küppers.



Aufrufe und Petitionen (Auswahl)

Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) startet Petition "Kinderbetreuung und Coronakrise – Politik muss Lösungen für Alleinerziehende anbieten!"
18. März 2020 – Der VAMV fordert auf Campact e.V. unter anderem, die Notfallbetreuungen für Alleinerziehende unabhängig von ihrem Beruf zu öffnen.

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