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Internationaler Frauentag 2019 setzt starke Zeichen für Equal Pay und geschlechtergerechte Umverteilung, reproduktive Gerechtigkeit, körperliche Selbstbestimmung, Gewaltfreiheit und Parität

Pressemitteilung von Doris Achelwilm zum Internationalen Frauentag 2019

Morgen rufen wieder viele Frauen und ihre Verbände und Organisationen bundes- und weltweit zum Internationalen Frauentag auf. Doris Achelwilm, gleichstellungs- und queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, kommentiert:  

„Die strukturellen Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen, die sich durch weibliche Biografien und den gesellschaftlichen Alltag ziehen, wiegen auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts tonnenschwer. Frauen bekommen in Deutschland durchschnittlich über 20 Prozent weniger Lohn, denn sie arbeiten häufiger in unfreiwilliger Teilzeit und in unangemessen schlecht bezahlten Branchen und Sektoren. Frauen sind deutlich armutsgefährdeter als Männer, ob als alleinerziehende Mutter oder im Alter bei der Rente. Sie bekommen seltener hochdotierte Führungspositionen. Es sind überwiegend Frauen, die in Verantwortungsgemeinschaften den Großteil der unbezahlten Familienarbeit leisten. Bundesweit lag das mittlere Einkommen von vollzeitbeschäftigen Frauen laut Bundesagentur für Arbeit bei 2.920 Euro brutto, das der Männer bei 3.372 Euro brutto, wie aktuelle Zahlen der Linksfraktion belegen. Frauen zahlen nach jüngsten Angaben des Deutschen Frauenrings effektiv mehr Steuern als Männer mit gleichem Einkommen und bestreiten durch falsche Anreize des Ehegattensplittings eher die Zuverdienst- bzw. Hausfrauenrolle.  

Frauen machen weitaus häufiger Gewalterfahrungen als Männer. Sie haben weltweit weniger Besitz und Vermögen. Der Frauenanteil in deutschen Parlamenten ist tendenziell rückläufig. Ein wichtiges Projekt weiblicher Selbstbestimmung und reproduktiver Gerechtigkeit, die überfällige Abschaffung des Strafrechtsparagrafen 219a, wurde von der GroKo blockiert. Und so ließe sich bei der Beschreibung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und Stillstände zu vielen Themen und Faktoren weiter fortfahren.  

Ich gehe davon aus, dass morgen so viele Frauen wie lange nicht auf die Straße gehen, um für ihre Rechte zu demonstrieren und die gesellschaftliche Aufgabe echter Gleichstellung wirksam voranzutreiben. Dazu gibt es in vielen Städten wie Bremen und Bremerhaven Gelegenheiten. In Berlin wird der erste in Deutschland organisierte Frauen*Streik ein breites Spektrum emanzipatorischer, feministischer, queerpolitischer, migrantischer Kämpfe zusammenbringen. Wer die Arbeit nicht verlassen kann, aber mitstreiken möchte, hat vielleicht die Möglichkeit, für einige Minuten sichtbar und entschlossen zu pausieren, Veränderung fängt immer auch im Kleinen an.  

Als LINKE werden wir in und außerhalb der Parlamente weiter mit Nachdruck an den vielschichtigen Zielen, die sich frauen-, gleichstellungs- und queerpolitisch stellen, arbeiten. Das betrifft Initiativen zu Equal Pay, Ehegattensplitting,  Kitaversorgung und Repräsentation in Parlamenten und Gremien genauso wie Schutz vor Ausbeutung oder Gewalt sowie das Vorantreiben wahlrechtlicher Regelungen für ein Paritätsgesetz. Die Linksfraktion im Bundestag arbeitet derzeit intensiv an verschiedenen Vorschlägen und einem eigenständigen Parité-Gesetzentwurf.“


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