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IDAHOT – Gemeinsam gegen Homo-, Inter- und Trans*feindlichkeit

Der IDAHOT am 17. Mai steht international für Solidarität und gemeinsames Auftreten gegen Homo-, Inter- und Trans*feindlichkeit. Geschlechtervielfalt einfach nur zu feiern, ist leider nicht möglich: In Deutschland, in Europa und weltweit nehmen bei allen Errungenschaften auch reaktionäre Bestrebungen zu, die auf nationale Abschottung und Rückbau emanzipatorischer Errungenschaften zielen. Geschlechtliche und sexuelle Minderheiten sind Opfer von Gewalt und Diskriminierung, die Rechte von LGBTTIQ Zielscheibe rechter Vorstöße.

Auch historisch war das Streben nach Emanzipation und Fortschritt in Deutschland ein langer Weg: 25 Jahre lang wurde öffentlich und parlamentarisch diskutiert, bis 2017 endlich die "Ehe für alle" durchgesetzt werden konnte. Notwendige Anpassungen im Familien- und Abstammungsrecht stehen aus, um unterschiedlichen Familienmodellen die gleiche rechtliche Sicherheit und Anerkennung zu garantieren. Immerhin: Einige Besserungen sind in Sicht. So werden lesbische Co-Mütter die derzeit noch vorgeschriebene Stiefkindadoption zur Mutterschaftsanerkennung absehbar nicht mehr durchlaufen müssen.

Ein zentrales queerpolitisches Thema wird dieses Jahr der gerade veröffentlichte Entwurf zur Reform des Transsexuellengesetzes (TSG) sein. Es gibt massiven Protest gegen diesen Gesetzentwurf, weil er von geschlechtlicher Selbstbestimmung weit entfernt ist. Der Entwurf hält an Begutachtung, Fremdbeurteilung und gerichtlichen Verfahren fest, statt endlich Vornamens- und Personenstandsänderungen zum einfachen Verwaltungsvorgang zu machen. Pathologisierung und Diskriminierung werden so für trans*- und intergeschlechtliche Menschen Alltag bleiben. Dringend erreicht werden muss außerdem, dass normangleichende Genitaloperationen an intergeschlechtlichen Kindern, sofern sie nicht medizinisch geboten sind, endlich gesetzlich verboten werden.

Zum Hintergrund: Der 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHOT). Seit 2005 setzen Menschen an diesem Tag weltweit Zeichen gegen Homo-, Bi-, Trans*- und Interfeindlichkeit. Das Datum des Aktionstages soll an den 17. Mai 1990 erinnern, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität von ihrer Liste der psychischen Krankheiten zu streichen. Mit der neuen Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11), die am 1. Januar 2022 in Kraft treten soll, fällt auch Transsexualität nicht mehr in die Rubrik der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen. Realität aber bleibt, dass vor allem Trans*- und Intergeschlechtlichkeit weiterhin pathologisiert werden.


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