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Doris Achelwilm, DIE LINKE: Schneckentempo überwinden, Gleichstellung jetzt!

Bundestagsrede zum Internationalen Frauentag 2020: Schneckentempo überwinden, Gleichstellung jetzt!

In ihrer Rede zum Internationalen Frauentag 2020 zeigt Doris Achelwilm eine Vielzahl an gleichstellungspolitischen Aufgabenstellungen und Problemfeldern auf, die endlich konsequent angegangen werden müssen.

"Das Entgeltgleichheitsgesetz, das wenig Wirkung zeigt, muss jetzt nachgeschärft werden. Zudem führt gleichstellungspolitisch kein Weg daran vorbei, dass Fürsorgearbeit wie zum Beispiel die Altenpflege grundsätzlich besser bezahlt wird. Auch ein Thema sollte das in dieser Legislaturperiode viel zu kurz kommende Ehegattensplitting sein. Mit seinem Effekt, dass es Frauen auf Zuverdienstrollen abonniert, muss es abgeschafft werden. Es braucht die geschlechtergerechte Verteilung unbezahlter Arbeit und freier Zeit.

Von der Wirtschaft muss Gleichstellungspolitik deutlich mehr fordern als handverlesene einzelne Frauenplätze in DAX-Vorständen. Äußerst sinnvoll wäre außerdem, eine ordentliche Besteuerung privaten Reichtums in den Fokus zu nehmen. Finanzielles Vermögen ist nämlich aus Gründen eine absolute Männerdomäne, während Armut aus Gründen vor allem Frauen trifft. Gute Gleichstellungspolitik ist immer auch Armutsbekämpfung. 

Letztes Jahr haben wir auf hundert Jahre Frauenwahlrecht zurückgeblickt und viel über die ungleiche Verteilung der Geschlechter in den Parlamenten gesprochen. Doch bedauerlicherweise fehlt für ein Parité-Gesetz weiterhin leider der Mut."


Für Bremen und Bremerhaven in Berlin

Sprecherin der Linksfraktion für Gleichstellungs-, Queer- und Medienpolitik