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Pressemitteilung: Doris Achelwilm zum Rentenreport 2020 des DGB – Hohe Altersarmut bei Frauen zeigt Notwendigkeit der Aufwertung von Fürsorgearbeit

Laut aktuellem Rentenreport des DGB Bremen bekommt fast die Hälfte aller Rentner*innen in Bremen weniger als 1.035 Euro. Die Renten sind zwar nominell gestiegen, durch die Inflation ergibt sich aber im Vergleich zum Jahr 2000 ein satter Kaufkraftverlust. Frauen sind besonders von Armutsrenten betroffen, im Jahr 2018 erhielten sie durchschnittlich nur 59 Prozent der Rentenbezüge von Männern. Selbst bei den Neurentnerinnen lagen die Bezüge noch 31,7 Prozent unter den Renten der Neurentner.

Laut aktuellem Rentenreport des DGB Bremen bekommt fast die Hälfte aller Rentner*innen in Bremen weniger als 1.035 Euro. Die Renten sind zwar nominell gestiegen, durch die Inflation ergibt sich aber im Vergleich zum Jahr 2000 ein satter Kaufkraftverlust. Frauen sind besonders von Armutsrenten betroffen, im Jahr 2018 erhielten sie durchschnittlich nur 59 Prozent der Rentenbezüge von Männern. Selbst bei den Neurentnerinnen lagen die Bezüge noch 31,7 Prozent unter den Renten der Neurentner.

Für Doris Achelwilm, Bremer Abgeordnete im Bundestag und gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, ist die Situation unhaltbar: „Die DGB-Befunde machen deutlich, dass Altersarmut ein politisch gemachtes Massenproblem ist, und zudem eines, das Frauen besonders hart trifft. Verwunderlich ist diese Entwicklung nicht. Die aktuelle Studie der Hilfsorganisation Oxfam hat gerade erst gezeigt, dass Frauen und Mädchen den Mammutteil an unter- und unbezahlter Haus-, Pflege- und Fürsorgearbeit leisten. Wo bleiben Initiativen, damit gesellschaftlich notwendige Arbeit endlich angemessen bezahlt, gesehen und umverteilt wird? Dass Altersarmut oft noch Frauen als Folge unterlassener Vorsorge oder falscher Berufswahl angelastet wird, ist ein Unding.“

Achelwilm weiter: „Um die Rente existenz- und lebensstandardsichernd zu machen, bedarf es eines Kurswechsels in der Arbeits- und Rentenpolitik. Weil die Grundlagen der Rente im Erwerbsleben gelegt werden, sind Niedriglöhne und Minijobs nicht zukunftstauglich; es braucht sozialversicherungspflichtige Arbeit und flächendeckende Tarifbindung. Dass Armutslöhne und -renten zunehmen, ist in einem hochentwickelten Industrieland nicht zu rechtfertigen. Statt auf private Vorsorge zu verweisen, sollte die Bundesregierung das Rentenniveau schnellstmöglich anheben. Rentenkürzungen, wie es die Rente erst ab 67 faktisch ist, müssen zurückgenommen werden. Nach jahrzehntelangen Erfahrungen unsozialer Rentenreformen, die längst negativ durchschlagen, muss eine Kehrtwende her: die Einführung einer steuerfinanzierten solidarischen Mindestrente von 1.050 Euro, von der jede und jeder im Alter würdig leben kann.“

 

 


Sprecherin der Linksfraktion für Gleichstellungs-, Queer- und Medienpolitik